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Am
Rande des Diamanten-Sperrgebiets
Majestätisch erheben sie sich aus den weiten Ebenen
der Wüste: die Granitberge der Großen Randstufe,
die das Hochland im Inneren Namibias vom Küstentiefland
trennt. Die herbe Berglandschaft ist wie geschaffen
zum Wandern; die Hänge am Westrand bieten einen
grandiosen Blick auf die Wüste, die sich nach sanftem
Winterregen in ein Blütenmeer verwandelt. Und geheimnisvoll
ragt der 'Dikke Willem' aus jener Fläche, die die
Wilden Pferde der Namib beheimatet... |
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| Gäste
des Gondwana Sperrgebiet Rand Parks haben die
Wahl zwischen vier Unterkünften - das Desert
Horse Inn (vor allem für Reisegruppen); die
Eagle's Nest Lodge (für Individualgäste,
15 min. Fahrt vom Restaurant/Empfang, inmitten
der Natur); Gruppen-unterkunft 'Geisterschlucht'
(für Selbstversorger) und ein Campingplatz.
Zu unternehmen gibt es mehr als genug: Fahrten
mit Führern ins Gebiet der Wilden Pferde,
Wanderungen und Rundfahrten durch den Park und
geführte Allrad-Touren für Selbstfahrer
oder Nicht-Selbstfahrer zum Dünengürtel
des Koichab Riviers (Trockenfluss). Außerdem
kann man das Aus Info Centre besuchen, die verlassene
Diamantensiedlung Kolmanskuppe besichtigen und
sich den Hafenort Lüderitz anschauen. |
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Das Besondere
des 510 km² großen Sperrgebiet Rand Parks
besteht jedoch darin, dass man hier das 'Namaqualand
Namibias' erleben kann. Das Wüstensystem der Sukkulenten
Karoo, weltberühmt für seine Blütenpracht
nach Regenfällen in den Wintermonaten August und
September, nimmt den Westen und Südwesten und damit
den größten Teil des Parks ein. Die Sukkulenten
Karoo trifft in diesem Gebiet aber noch mit zwei weiteren
Wüstensystemen zusammen: Der Norden des Parks wird
von der Dünen Namib geprägt, der Osten von
der Nama Karoo. |
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| Kein
Wunder, dass Botaniker von einem Hotspot sprechen:
Im Raum Aus gibt es mehr als 400 bekannte Pflanzenarten;
viele davon sind endemisch, kommen also nur hier
vor. Die Gewächse haben vielfach faszinierende
Überlebensstrategien entwickelt, vor allem
in bezug auf den Wasserhaushalt. Das kostbare
Nass wird gespeichert, in Knollen, im Stamm und
in den Blättern. Dabei spricht man auch von
Sukkulenz. So verdankt die Sukkulenten Karoo ihren
Namen den hier dominierenden Gewächsen, den
(Blatt-)Sukkulenten, die allein rund 1.700 der
insgesamt über 6.000 Pflanzenarten dieser
Wüste ausmachen. Dazu zählen auch die
'Lebenden Steine', die ihre Blätter zum Schutz
vor Sandsturm und Fraß |
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durch Tiere
in den Boden versenkt und im Aussehen als Steine getarnt
haben. Typisches Wild in der Gegend umfasst Klippspringer,
Springbock, Gemsbock, Strauß und Schakal. |
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Auch geologisch
ist die Gegend äußerst interessant, ja im
wahrsten Sinne des Wortes wertvoll. Die Aus Berge formen
einen Teil der Großen Randstufe, die nach dem
Bruch des Ur-Kontinents Gondwana vor etwa 120 Mio. Jahren
entstand: Die Ränder des Südlichen Afrika
hoben sich und wurden von der Küste her abgetragen.
Dadurch verschob sich die Randstufe ins Landesinnere
und bildeten sich die Küstenebenen. Der Gariep
(Oranje) trug Diamanten aus der Gegend von Kimberley
an die Küste, wo sie vom Benguela-Strom nordwärts
getragen wurden. Als der Meeresspiegel sank, wurden
die Lagerstätten freigelegt und der Wind blies
einen Teil der Edelsteine landeinwärts - wo sie
ab 1908 vom Menschen gefunden und systematisch gefördert
wurden. Zwei etwa 100 km breite Sperrgebiete entlang
der Küste wurden eingerichtet, um die illegale
Suche nach und den Schmuggel mit Diamanten zu unterbinden. |
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Der Mensch
hat in dieser Gegend übrigens bereits seit 70.000
Jahren seine Spuren hinterlassen. In der 'Apollo 11'-Grotte
am Fuße der Hunsberge südöstlich von
Aus stieß man auf insgesamt sieben 'Kultur'-Schichten.
1969 wurden dort zudem Tonschieferplatten mit 27.000
Jahre alten Felsbildern gefunden - die bisher älteste
Felskunst Afrikas. |
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Das Gebiet
wurde lange von Jägern und Sammlern durchstreift.
Ab dem 17. Jahrhundert wanderten Nama-Gruppen ein und
verdrängten die San (Buschleute), später kamen
Oorlam-Gruppen (mit den Nama verwandt) hinzu und ließen
sich in der Gegend von Bethanien nieder. |
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1883 verkaufte
Oorlam-Kaptein (Führer) Joseph Fredericks den
Küstenstreifen vom Gariep bis Angra Pequena an
den Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz - dies war
die Keimzelle der 1884 proklamierten deutschen Kolonie.
War der Transportweg für Ochsenwagen zunächst
bei Kubub südlich von Aus, wurde die Bahnlinie
1906 wegen des sanfteren Anstiegs durch Aus gelegt.
Im Ersten Weltkrieg trafen bei Aus Südafrikaner
und Deutsche aufeinander; in den Wirren des Krieges
gingen viele Pferde verloren, die die Grundherde der
heutigen Wilden Pferde bildeten. Die Apartheid der
Südafrikaner (ab den Sechziger Jahren) prägte
den Ort ebenso wie Blüte (Sechziger, Siebziger
Jahre) und Niedergang der Karakulschafzucht (Achtziger
Jahre). Seit der Unabhängigkeit Namibias 1990
nahm der Tourismus stark zu.
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| Willem
Swiegers Senior erwarb die Farm Klein-Aus im Jahre
1983. Seine Söhne Willem und Piet begannen
in den Neunziger Jahren mit dem Gästebetrieb,
gründeten Klein-Aus Vista und bauten das
Angebot an Unterkünften, Wanderwegen und
Touren schrittweise aus; auch die Initiative des
Aus Info Centres stammt von ihnen. Anfang 2004
stieg der älteste Bruder Johann in das Familienunternehmen
ein. Als sie sich Ende 2004 der Gondwana Desert
Collection anschlossen, wurde das 510 km²
große Gebiet in den Gondwana Sperrgebiet
Rand Park umgetauft. |
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