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Jubiläumsfest: Ein Jahrhundert später - 10.04.07
Die Bevölkerung des 1.200-Seelen-Örtchens
dürfte sich am Osterwochenende sprunghaft um rund
drei Viertel erhöht haben. Karfreitag bis Ostersonntag
hat sich der beschauliche kleine Ort im Südwesten
Namibias in einen turbulenten Festbetrieb verwandelt
- mit Festzelt, Ständen, Braaivleis (Grillfleisch),
Biltong (Trockenfleisch), Musik und Tanz. Die Feier
stand unter dem Motto: Aus - ein Jahrhundert später.
Vor rund 100 Jahren war der Ort von der Deutschen Kolonialverwaltung
durch eine Eisenbahnlinie mit dem Hafenort Lüderitz
verbunden worden. |
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Einen der Höhepunkte
bildete der Wettkampf 'Mensch gegen Maschine': Radfahrer
lieferten sich ein Rennen mit dem Zug, auf der rund
20 km langen Strecke vom Bahnhof Aus bis zur Station
Garub, wo die Wilden Pferde der Namib zur Tränke
kommen. Gewonnen haben die Radfahrer. Kein Wunder -
denn etwa 18 km lang führt die Straße deutlich
bergab, während die Zugstrecke aufgrund des Höhenunterschiedes
von rund 500 m eine weite Schleife zieht. Dutzende mitfahrende
'Zuschauer' haben das Rennen im Bar-Waggon verfolgt. |
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Das Motto
der Feier wurde bewusst gewählt: Aus - ein
Jahrhundert später. Denn zum einen war der
erste Zug bereits am 1. November 1906 in Aus eingefahren,
zum anderen existierte der Ort schon vor dem Bau
der Eisenbahn: Buschleute und !Aman-Oorlam (verwandt
mit den Nama) hatten sich lange vor Ankunft der
Deutschen an der einst bestehenden Quelle aufgehalten
bzw. niedergelassen. Allerdings lag der Platz
abseits des Transportweges für Ochsenkarren
vom Inland zum Küstenort Lüderitz, der
30 km weiter südlich über Kubub führte.
Mit der Eisenbahn begann daher die Blüte
von Aus: Innerhalb kurzer Zeit wurden eine Post
und zwei Hotels errichtet, ein Hospital, mehrere
Läden, eine Schule mit Heim...
Später erhielt der Ort einen Schub durch
die Karakulwirtschaft, die in diesem Jahr in Namibia
ebenfalls ihr 100-jähriges Jubiläum
begeht: 1907 hatte die deutsche Pelzfirma Thorer
die ersten Karakulschafe aus der |
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Spuren der Geschichte: Gedenktafel bei den Ruinen
des Kriegsgefangenenlagers aus dem I. Weltkrieg. |
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Buchara (Usbekistan) in die damalige Kolonie Deutsch
Südwest Afrika eingeführt. Aus wurde später
zu einem Zentrum der lukrativen Karakulzucht.
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Zwei
Jahrzehnte nach dem verheerenden Niedergang dieser Sparte
hat der Tourismus die Rolle als Entwicklungsmotor übernommen.
Durch die Wilden Pferde der Namib 20 km westlich des
Ortes, seine vielfältige Natur und faszinierende
Geschichte sowie das Aus Info Centre (geöffnet
im Juli 2006) ist Aus bereits zum festen Punkt auf der
Reiseroute durch den Süden Namibias geworden. |
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Wegweiser
der Zukunft: Nach Winterregen verwandelt sich die Wüste
der Sukkulenten Karoo in einen bunten Blütenteppich. |
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Allerdings
wissen bis heute nur wenige vom wahren Schatz an Attraktionen
der Umgebung: Der Khoichab Dünengürtel bietet
ein ähnliches Wüstenerlebnis wie das berühmte
Sossusvlei, ist aber viel weniger besucht. Und die westlichen
Hänge der Aus Berge werden auch als 'Namaqualand
Namibias' bezeichnet - Winterregen bedeckt das karge
Land mit einem bunten Blütenteppich. |
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In naher Zukunft
werden Besucher Aus als Tor zum Diamanten-Sperrgebiet
nutzen, das zum Nationalpark umdeklariert wurde und
in Kürze für den Tourismus erschlossen werden
soll. Vom Menschen größtenteils unberührt,
gilt es als eines der letzten Wilderness-Gebiete und
bietet die großartige Naturlandschaft der Sukkulenten
Karoo, der artenreichsten Wüste der Welt. |
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