News 2005 News 16.09.05
 

Grenze zwischen Zwei-Länder-Park bald offen - 16.09.05
Der Ai-Ais/Richtersveld Transfrontier Park im Süden Namibias und Nordwesten Südafrikas wird in naher Zukunft auch in der Praxis ein grenzüberschreitender Park sein. Fachleuten beider Seiten sprachen auf einem Arbeitstreffen im Cañon Village vorgestern und gestern über Schritte, den Park für den Tourismus besser zu erschließen. Außerdem werden zurzeit konkrete Gespräche zur Öffnung des Grenzübergangs bei Sendelingsdrift am Gariep/Oranje Fluss geführt, um die Parks besser miteinander zu verbinden. Beide Staaten hatten das gemeinsame Naturschutzgebiet am 1. August 2003 per Abkommen vereinbart.

 

  Auf dem Arbeitstreffen wurde beschlossen, dass man noch mehr Daten benötigt zu Geologie, Klima, Pflanzen und Tieren, aber auch zu Bevölkerung und zur Nutzung des Landes. "Außerdem haben wir das Untersuchungsgebiet auf den gesamten Unterlauf des Gariep/Oranje ausgedehnt", sagte Dr. Fanuel Demas, Vize-Direktor der Planungsabteilung im namibischen Ministerium für Umwelt und Tourismus. Von der Mündung bis zu den Augrabis Fällen bei Upington ist damit ein Landstreifen von jeweils etwa 30 km nördlich und südlich des Flusses eingeschlossen. Neben Demas nahmen 17 Personen am Treffen teil, darunter Vertreter der Umwelt- und Tourismusministerien sowie Nationalparks beider Länder, der Peace Parks Foundation (PPF), des Projektes Biodiversity Monitoring Transect Analysis (BIOTA) und lokaler Gemeinschaften sowie Fachleute für Geologie, Böden, Wasser, Fischfang.  

Für die Sammlung der Daten wurde die 'Gariep Transfrontier Study Group' gegründet. Sie ist dem 'Joint Management Board' beider Länder zugeordnet. Im Büro von 'PPF'- Projektkoordinator Peet van der Walt in Pretoria laufen die Fäden
zusammen. Ein Großteil der Finanzierung soll möglicherweise durch das BIOTA-Projekt sicher gestellt werden, das im südlichen Afrika bereits seit Jahren umfangreiche Daten zur Vielfalt der Arten sammelt. Getragen wird BIOTA vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); in Südafrika wird es zusätzlich finanziell unterstützt vom Directorate für Science & Technology und der National Research Foundation, während in Namibia die Ministerien für Umwelt und Tourismus sowie für Landwirtschaft Einrichtungen und Daten zur Verfügung stellen. "Die Initiative würde hervorragend in Phase III von BIOTA passen, in der gewonnene Informationen und Erkenntnisse in Maßnahmen umgesetzt werden sollen", erklärte BIOTA-Vorsitzender Prof. Norbert Jürgens. Die Entscheidung über mögliche Zuschüsse fällt in wenigen Monaten.
 
Copyright: Peace Parks Foundation.

  Die Daten zum Landkorridor am Unterlauf des Gariep sollen dazu dienen, das Gebiet in Zonen einzuteilen: Zonen, die aufgrund von Bodenschätzen für den Bergbau interessant sind; Gebiete, die wegen Vielfalt oder Vorkommen einzigartiger Pflanzen und Tiere unter besonderen Naturschutz gestellt werden sollten; und Gegenden, die sich ideal für den Tourismus eignen. Wichtig sind auch die Interessen lokaler Gemeinschaften.  

  Eine zentrale Rolle für den Tourismus spielt der Grenzübergang bei Sendelingsdrift südlich von Rosh Pinah. Es gibt dort eine einfache Fähre, die seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 nur mit Sondergenehmigung benutzt werden darf. Das soll sich ändern: "Wir sind dabei, die Fähre zu registrieren und zu versichern", meinte Fanuel Demas. "Die Bergwerke Scorpion Zinc, Rosh Pinah und Namdeb haben angeboten, ein Gebäude mit Büros für Grenzbeamte und Naturschutz zu finanzieren."  

  Der Grenzübergang würde die Verbindung zwischen namibischem und südafrikanischem Teil des Ai-Ais/Richtersveld Transfrontier Parks um rund 300 km verkürzen. Weil man bisher bei Noordoewer über die Grenze muss, ist die Route von Ai-Ais über Steinkopf, Port Nolloth und Alexander Bay nach Sendelingsdrift etwa 450 km lang, während es auf namibischer Seite nur etwa 160 km sind. Die Fähre würde aber auch eine ganz neue Route eröffnen, die von Kapstadt aus an der Westküste entlang übers Richtersveld in den Süden Namibias führt.  

Als Ausgangs- oder Zielstationen auf namibischer Seite bieten sich zwei Parks der Gondwana Desert Collection an: Der Gondwana Sperrgebiet Rand Park bei Aus (120 km nördlich von Rosh Pinah und etwa 150 km von Sendelingsdrift entfernt) und der Gondwana Cañon Park am Fischfluss Canyon (80 km nördlich von Ai-Ais und ca. 220 km von Sendelingsdrift entfernt).
  - Mehr zur Peace Parks Foundation unter www.peaceparks.org.
- Mehr zu BIOTA unter
- www.biota-africa.de/1024/biota_south/structure_south.htm
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