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Gondwana - Reise durch vier Wüsten "Dass
die Wüste so viele Gesichter hat, hätte ich nie
gedacht." Diese Bemerkung hört man oft von Touristen,
die zum ersten Mal im Süden und Westen Namibias unterwegs
waren. Dort grenzen nämlich vier Wüstensysteme aneinander.
Kein Wunder also, dass die Reisenden fasziniert sind von der
unglaublichen Weite der Landschaften, der kargen Schönheit,
der unfassbaren Unberührtheit und Einsamkeit, der |
fast ohrenbetäubenden Stille.
Von der verblüffenden Vielfalt derWüstengebiete:
Geröllebenen, trockene Flussbetten, Inselberge
und Sandmeere. Und von der Fülle des Lebens, ob
Pflanze, ob Tier, das sich einfallsreich über Jahrmillionen
an die harten Bedingungen angepasst hat.
Der Faszination folgt die Frage nach dem Wie und Warum.
In den privaten Naturparks der Gondwana Desert Collection
erlebt der Gast die Wüstengebiete nicht nur hautnah,
sondern erhält auch Antworten auf seine Fragen. |
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Vier
Wüstensysteme
Namibia, das Land der Wüsten, liegt im Einflussbereich
des Subtropischen Hochs, dessen trockene Luft die feuchten
Luftmassen aus der Innertropischen Konvergenz-Zone zurückdrängt.
Diesem Umstand verdankt Namibia seinen strahlend blauen Himmel,
die trockene Luft und Hitze. Die Luftfeuchtigkeit liegt größtenteils
unter 20 Prozent, die Temperaturen können im Sommer auf
über 40 Grad ansteigen, und die Verdunstung ist sehr
hoch. Typisch sind Werte zwischen 2.000 und 2.500 mm pro Jahr
– das ist 5 bis 150 mal mehr als die Niederschlagsmenge.
Regen kommt meistens als kurzes, heftiges Sommergewitter.
Mit einer Fehl-Marge zwischen 50 und 90 Prozent ist er zudem
höchst wechselhaft und unberechenbar. |
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Namibia
ist das trockenste Land südlich der Sahara. Nur
die Grenzflüsse im Norden und Süden führen
ständig Wasser.
Dazwischen liegen rund 1.700 km. Alle übrigen Flüsse
und Ent-wässerungslinien sind ephemer. Sie führen
nur wenige Tage im Jahr Wasser.
Trotz seiner Trockenheit ist Namibia ein Land von enormen
Gegensätze, großer Vielfalt und einem Reichtum
an Wild. Die Vielfalt der Geologie, der Landschaften
und Ökosysteme machen Namibia einzigartig und kostbar
– ökologisch wie kulturell. |
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In
Namibia gibt es nicht weniger als vier verschiedene
Wüsten-systeme:
1. Die Namib, die trockenste
Wüste der vier, zieht sich als schmaler Streifen
an der Atlantik-Küste entlang. Sie besteht aus
drei Hauptbereichen. Die Einteilung beruht auf der Vegetation.
1.1 Die südliche Dünenlandschaft ist ein sich
ständig wandelndes, vegetationsloses Sandmeer mit
den höchsten Dünen der Welt.
1.2 Die zentralen Schotterflächen mit vereinzelten
Inselbergen zeichnen sich durch vielfältige (Mikro-)
Habitats und Artenreichtum aus.
1.3 Zerfurchte Berge und Täler prägen den
Norden. Zahlreiche große, ephemere Flüsse
haben sich durch die hügelige Landschaft ihren
Weg an die Küste gebahnt.
Charakteristisch für die Namib ist der Küstennebel,
der dem hypertrockenen Gebiet dicht am Atlantik etwas
Feuchtigkeit spendet. So konnte sich eine vielfältige
und speziell angepasste Flora und Fauna entwickeln.
2. Die Sukkulenten Karoo ist
ein Küstengürtel, der sich von Süd-Namibia
nach Südafrika zieht. Die sehr geringen Niederschläge
beschränken sich meist auf den Winter. Die Vegetation
besteht vorwiegend aus Sukkulenten-Gewächsen und
kleineren Pflanzen, die Wasser in Blättern und
Stämmen speichern.
3. Die Nama Karoo nimmt den
größten Teil des mittleren Südens ein.
Sie beginnt etwa 120 km südlich von Windhoek und
erstreckt sich bis nach Südafrika. Zudem bildet
sie im Westen einen Keil zwischen der Sukkulenten Karoo
und der Namib, und nach Osten reicht sie in die südliche
Kalahari hinein. Als schmaler Streifen, der sich bis
nach Angolas zieht, bildet sie nach Norden die Übergangszone
zwischen der Namib und der Trockensavanne. Es werden
sechs verschiedene Vergetationstypen unterschieden.
Alle sind von Zwergsträuchern und verstreuten Grasflächen
geprägt.
4. Charakteristisch für die Trockensavanne der
Südlichen Kalahari ist
der rote Sand, der lange, parallel verlaufende Ketten
von teilweise bewachsenen Dünen geformt hat. In
den Zwischentälern wachsen vor allem Gräser,
an den unteren und mittleren Hängen der Dünen
gedeihen Bäume wie der Kameldornbaum und der immergrüne
Hirtenbaum. Die Dünenkämme ragen meistens
als kahle rote Kappen heraus. Wegen des tiefen Sandes
gibt es kaum Oberflächenwasser, nicht einmal nach
den sporadischen Regengüssen.
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Was
ist eine Wüste?
Der Begriff 'Wüste' wird unterschiedlich definiert. Die
einfachste, wenig nützliche Definition stützt sich
allein auf Niederschlagswerte. Die 500 mm Isohyete als Maßstab
wird wie folgt gegliedert:
Bis zu 100 mm - 'äußerst trockene Wüsten'
(Namib, Sukkulenten Karoo, Teile der Nama Karoo);
100-250 mm - 'tockene Wüsten' (die übrige Nama Karoo
und der größte Teil der Südlichen Kalahari);
250-500 mm - 'halbtrockene Wüsten' (der Rest der Südlichen
Kalahari und fast das gesamte übrige Namibia!). Mehr
als 90 Prozent von Namibia wären nach dieser Definition
'Wüste', doch das ist nicht angemessen. Wenn Niederschläge
der Maßstab sind, sind für 'Wüste' weniger
als 250 mm Regen zutreffender. |
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| Eine
andere Definition geht vom 'Wasserdefizit' aus –
dem Verhältnis von Verdunstung und Niederschlagsmenge.
In der Namib und der Sukkulenten Karoo übersteigt
der Wasserverlust durch Verdunstung die Niederschlagsmenge
um mindestens das 25fache. In der Nama Karoo ist der
Defizitfaktor 15 mal und in der Südlichen Kalahari
rund 12 mal so hoch. Im Gegensatz dazu beträgt
der Defizitfaktor in der halbtrockenen Savanne, beispielsweise
um Windhoek, in etwa das Achtfache. Und in den bewaldeten
Landschaften des Nordostens, mit einer Niederschlags- |
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menge
von rund 500 mm, ist das
Defizit fünf mal so hoch. Ein geeigneter Maßstab
für 'Wüsten' ist ein Defizitfaktor, der mindestens
zehn mal so hoch ist wie die Niederschlagsmenge. |
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| Eine dritte Definition
der Wüste ist "... ein wassergesteuertes Ökosystem
mit spärlicher, unsteter und weitgehend unberechenbarer
Wasserzufuhr ..." (Professor Imanuel Noy-Meir: 'The Living
Deserts of Southern Africa', 1993 bei Lovegrove). Geht man
von allen drei Definitionen aus, so steht fest, dass die vier
Wüsten von Namibia alle in die Kategorie hypertrockene
und trockene Klimagürtel fallen. Mit ihrer bloßliegenden,
abwechslungsreichen Geologie und ihrem Reichtum an Tieren
und Pflanzen repräsentieren sie vier sehr verschiedene,
sehr lebendige Wüsten (siehe Tabelle
zu den vier Wüsten). |
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Wild
verdrängt
Die Lebewesen in den verschiedenen Ökosystemen haben
sich auf vielfältige Weise an die harten Bedingungen
der Wüste angepasst. Das gilt auch für die ersten
Menschen, die diesen Lebensraum erobert haben - die San (Buschleute).
Als Jäger und Sammler zogen sie in kleinen Gruppen ihren
Beutetieren hinterher, lebten in Harmonie mit der Natur oder,
wie man heute sagt: nutzten ihre karg bemessenen natürlichen
Ressourcen auf nachhaltige Weise.
Das änderte sich schlagartig mit dem Eintreffen der Europäer
im Südlichen Afrika. Ab etwa 1800 überquerten Jäger
von der Kapregion aus den Gariep (Oranje) und rotteten in
den Folgejahrzehnten im Süden Namibias viele Tiere aus,
darunter Giraffen, Flusspferde, Elefanten und Nashörner.
Das Quagga wurde sogar völlig ausgemerzt. Noch schlimmer
für die empfindlichen Ökosysteme der ariden Gebiete
jedoch war die Ankunft europäischer Siedler, die in Sorge
um ihr Kleinvieh auch kleinere Raubtiere wie Hyäne oder
Schakal zur Strecke brachten und durch ihre zum Teil extensive
Viehwirtschaft die Pflanzendecke schädigten. |
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| Vor diesem Hintergrund
wird deutlich, wie wichtig gerade im Süden Namibias die
Rückkehr zur nachhaltigen Nutzung des Landes und seiner
natürlichen Ressourcen ist. Das bedeutet nicht, die Lebensweise
der San zu rekultivieren, denn dazu müsste man die Zahl
der Menschen in dem Gebiet drastisch reduzieren. Es bedeutet
vielmehr, in hinreichend großen und geeigneten Gebieten
von Viehwirtschaft auf Tourismus umzustellen. Mit der wachsenden
Zahl an Touristen seit der Unabhängigkeit Namibias 1990
stellt sich immer mehr heraus, dass mit Wildhege und Gastbetrieb
sehr viel mehr Einnahmen erzielt und mehr Arbeitsplätze
geschaffen werden können als mit Farmwirtschaft. |
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In jeder Wüste ein Park
Auf genau dieser Überlegung beruht das Drei-Säulen-Konzept
der Gondwana Desert Collection. Mit den Einnahmen aus dem
Tourismus werden Maßnahmen des Naturschutzes finanziert,
die wiederum die Attraktivität des Gebietes für
den Gast erhöhen. Mit Unterkünften und Aktivitäten
schafft man zugleich Arbeitsplätze und Aufstiegs-möglichkeiten
für die Menschen. |
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| Das
Konzept wird seit 1996 im mittlerweile 1.120 km²
großen Gondwana Cañon Park am Fischfluss
Canyon erfolgreich praktiziert. Im Dezember 2004 kamen
drei weitere Parks hinzu: Der Gondwana Kalahari Park
auf dem 100 km² großen Farmgelände der
ehemaligen Anib Lodge, etwa 30 km nordöstlich von
Mariental; der Gondwana Namib Park (100 km²) auf
dem Areal des ehemaligen Namib Restcamp (auch Petrified
Dune Lodge) mit den 'versteinerten Dünen' der Ur-Namib
etwa 60 km nördlich von Sesriem/Sossusvlei; und
der |
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| Gondwana
Sperrgebiet Rand Park (510 km²) am östlichen Rand
des Sperrgebiets bei Aus. |
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In
den vier Parks der Gondwana Desert Collection kann der Gast
alle vier Wüstensysteme Namibias in ihrer eigenen Vielfalt
an Landschaften, Pflanzen und Tieren kennenlernen:
- Die Kalahari im Gondwana Kalahari Park mit der neuen Kalahari
Anib - Lodge
- die Nama Karoo im Gondwana Cañon Park mit der Cañon
Lodge, dem - Cañon
Village, Cañon Roadhouse und Cañon Mountain
Camp
- die Sukkulenten Karoo im Gondwana Sperrgebiet Rand Park
mit der - Eagle's Nest Lodge,
dem Desert Horse Inn, Geisterschlucht Camp und -
Campingplatz
- und die Namib im Gondwana Namib Park mit der neuen Namib
Desert - Lodge und der künftigen
Namib Dune Lodge.
Verbunden werden die Parks durch die hufeisenförmige
Gondwana Desert Route; für das zentrale Marketing und
die Buchungen ist das Gondwana Travel Centre zuständig.
Und warum der Name Gondwana? Gondwana war der südliche
Ur-Kontinent, der sich vor Jahrmillionen in Südamerika
und Afrika gespalten und damit zur Entstehung des Fischfluss
Canyons und des Kalahari Beckens beigetragen hat. Die weitere
Aufspaltung in Südamerika und die Antarktis veränderte
die Meeresströme und rief den kalten Benguela-Strom an
der Küste Namibias ins Leben, ohne den es die Sukkulenten
Karoo und die Namib nicht gäbe. Der Name Gondwana steht
also für die Wüsten Namibias. Aber zugleich auch
für das Bewusstsein, dass die Menschen Land und Gewässer
dieses Planeten nicht besitzen, sondern lediglich vorübergehend
bewohnen, und daher verantwortungsvoll mit ihnen umgehen sollten. |
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